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Natur

Kein Schauspiel und sei es noch so gut, schafft es gegen das der Natur anzutreten.

Wie selten ist man in der Natur unterwegs, wie selten sieht man in den Himmel, vorallem aber, wie selten freut man sich über das Wetter. Im Winter ist es zu kalt, im Sommer ist es zu warm und dazwischen ist kein Wetter. Wie viele sagen mir, dass sie den Winter nicht mögen. Der Winter ist kalt, traurig und macht Depressiv. Nein, das tut er nicht. der Winter ist für uns Mitteleuropäer nur Depressionen anregend, weil wir in ihm die meiste Zeit im Haus verbringen, wo wir, bestrahlt von künstlichem Licht, auf den Sommer hoffen, was keines Falls das Draußen-sein ersetzten kann.

Diese Meinung wird jeder mit mir teilen, der mal eine schönen, ausgiebigen und ruhigen Winterspaziergang gemacht hat. Ohne Handy, ohne Termine, ohne Stress. Das Rezept dazu ist einfach, trotzdem schaffen es viele nicht, dabei ist der Ort des Spazierganges für viele nur einen Steinwurf entfernt.

Es ist klar, dass einen der Winter in eine Stadt nicht gefällt. Alles, was am Tage in Form von weißen Flocken vom Himmel kommt ist innerhalb kürzester Zeit, durch Hilfe moderner, lauter und dreckiger Maschinen in eine braune, dreckige und nasse Brühe verwandelt. Das ist natürlich nicht schön, wenn die Prada-Schuhe, die man erst gestern bei einem renomirten Schuhgeschäft erworben hat nass und hässlich werden und auseinander fallen, einem die motorisierten Dreckschleudern einem den kalten Matsch auf den gut gebräunten, freien Bauch und die immer sauberen, weißen, unmoralische Versprechungen gebenden Klamotten spritzen. Unter solchen Umständen macht keinem das Leben Spaß.

Ein Winterspaziergang kann nur dann funktionieren und seine Wirkung entfalten, wenn man sich darauf einlässt sich an die Wetterbedingungen und de Natur anzupassen. Man sollte es gleich lassen, wenn man mit Absätzen herum läuft, die sich sogar in gefrorenen Asphalt bohren, an Schuhen, die einen nicht mal bei 15 Grad die Füße warm halten. Mit Jacken, die Wertlos sind, wenn sie auch nur einen Staubkorn abbekommen.

Ein Winterspaziergang kann nur funktionieren, wenn man sich an die Natur anpasst, Schuhe anzieht, die vielleicht unsexy, dafür aber praktisch sind, da sie einen den Halt geben den man braucht, und Jacken die selbst wenn sie dreckig sind noch ihren Dienst tun dürfen und das auch noch bei 0 Grad tun. Wenn man diesen Schritt gewagt hat und die Angst abgelegt hat, einer könnte einen sehen und auslachen, dann kann man starten. Und ich versichere Euch, keiner wird über ein unsexyes Aussehen lachen, lachen würde man nur über jemanden, der zwar sexy aussieht, aber sich nicht bewegen kann.

Ein weiterer Wichtiger Punkt ist, dass man nicht mit dem Auto zu der Stelle fährt, wo man hin möchte, um sich dort im Wald in ein Restaurant zu setzten und danach zu behaupten der Ausflug in die Natur wäre toll gewesen, sondern, dass man entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Massentransportmittel zu der Stelle fährt, zu der man nicht möchte. Dann steigt man aus, kämpft sich erst einmal durch die dreckige Zivilisation um dann, endlich, in vollen Zügen genießen zu können, was manche Menschen Natur nennen. Das man an einer Stelle mit seinem Spaziergang beginnt, an den man nicht möchte ist von elementarer Wichtigkeit, denn das ziel jeder Wanderung ist es an einem Ort anzukommen, an den man von vornherein wollte.

Wenn man dann so unterwegs ist, immer seinem Ziel entgegen, ist es sehr wichtig, dass man sämtliche elektronischen Geräte ausschaltet und aus lässt. (Wenn die Kinder nicht wollen, dann muss man eben diese Dinge entziehen.) Man hat nichts gewonnen, wenn man achtlos durch die Natur läuft um zu telefonieren, im Internet zu surfen, ein Spiel durchzuspielen oder Musik zu hören. Genau das ist ja der Sinn des Spazierganges. Versuchen Sie es mal, Sie werden staunen.

In der Natur herrscht Ruhe, wen das beängstigt, es herrscht nie vollkommenen Ruhe, wann man hinhört, dann stellt man schnell fest, dass immer etwas zu hören ist. Ob nun das Knacken eines Astes, der Laut eines Tieres, das Rascheln der Blätter, das Rauschen des Windes oder die eigenen Schritte. Es ist nie vollkommen Ruhig und doch ist es Still.

Auch wer meint, dass seine, von Aktion-, Horror- und Abenteuerfilmen "trainierten" Augen sich in der Natur langweilen, der irrt. Die Augen langweilen sich, wenn sie die ganze Zeit 23 flackernde Bilder in der Sekunde aus einem Kasten wahrnehmen müssen, weil ihr Besitzer nichts anderes will. Nicht so in der Natur, hier gibt es Dimensionen und davon sogar drei. Hinter jedem Baum, hinter jedem Hügel hinter jedem Grashalm finden die Augen etwas Neues, etwas was sie entdecken und erkunden können. Selbst, wenn man nur in den Himmel sieht haben die Augen genug damit zu tun die Unendlichkeit zu ergründen.

Auch wenn die Nase läuft, wird sie sich bei Ihnen bedanken, dass Sie sie mal für einen Spaziergang aus der Stadt befreit haben. Die Nase und der Mund befreien sich von den Qualen, immer die fettige, dunstige, verpestete nach Menschen, Abgasen und Fast Foot stinkende, abgestandenen Luft einatmen zu müssen. Sie und Ihre Atemorgane werden sich frei fühlen. Die Lunge wird die Luft aufnehmen und wieder abgeben, ohne dabei gleich kränker zu werden. Sie werden es nicht glauben, aber selbst wenn sie Denken, dass sie nichts mehr Riechen, in der Natur werden Sie da. Moos, Pilze, Bäume, Wasser, Schnee, Tiere, sind nur wenige der Gerüche, die Sie in de Natur genießen dürfen.

Die Natur tastend zu Erkunden wird für ihre Hände besser sein als jede Creme. Die Hände entdecken Oberflächen, von denen sie die langen Jahre auf den Plastiktasten eine Tastatur nicht mal zu träumen wagten. "Ich bekomme immer so schnell kalte Füße", ist ein häufig genanntes aber irrelevantes Argument und sich vor solchen Gelegenheiten zu drücken. Keine Füße werden kalt, wenn sie auf Untergrund laufen, der bei jedem Schritt eine neue Herausforderung für sie darstellt. Ganz ehrlich, wenn Sie ein Fuß wären würden sie sich auf glatten harten Straßen doch auch langweilen.

Vertauen sie Ihren Füßen und machen sie eine Spaziergang. Es lohnt sich den Eckel vor der Natur abzulegen, vorallem weil man sich vor der Natur nicht ekeln muss. Es verlangt ja keiner von Ihnen, dass sie irgendwelche komischen Lebenwesen auf sich herum kriechen lassen oder Dreck essen und wenn sie Angst vor Tieren haben, was vollkommen unberechtigt ist, dann gehen sie denen aus dem Weg, oder verhalten sich wie die Natur, ruhig.

Also wenn Sie sich mal wirklich etwas gutes tun wollen, dann machen sie doch einfach mal eine Spaziergang in der Natur. Es ist besser als jedes Wellnesswochenende.

Nichts befreit besser Körper und Seele (für die die nicht daran glauben das Gehirn) als ein ruhiger, bewegter, aufmerksamer Aufenthalt in der Natur.


 Gruß Der Incubus

 

P.S.

Für die ganz Hartgesottenen unter euch:

Geht doch einfach mal los, ohne Plan, einfach querfeldein.

 

P.P.S.

"Licht, Luft und Ruhe sind unbestritten die beste Medizin."

Otto von Frohnau

 

1 Kommentar 17.2.09 14:00, kommentieren

Was ist besser? Vol.1

Laut Geschichtsunterricht waren Lebensmittel in der DDR günstig, damit die Leute ruhig blieben; sie wurden ruhig gehalten.

Heute werden die Leute mit verdummendem, abstumpfendem Medien ruhig gehalten. 

Da Frage ich mich, was nun besser ist...

15.2.09 23:28, kommentieren

Eine Rede


Ein Redner einer links orientierten Partei, betritt das Rednerpult.


"Zu Beginn meiner Rede möchte ich euch alle dazu auffordern euch etwas aufzulockern. Danach kann man wieder besser denken. Steht doch mal bitte alle auf."


Er wartet...


"Nun möchte ich mit euch einige kleinere Übungen machen. ich mache diese vor, ihr macht sie nach."


Es folgen eine Reihe Dehnübungen, Hüpfen usw. Dinge, die den Kopf wieder mit Sauerstoff füllen.


"Sehen Sie, meine Damen und Herrn, genau das ist unser Problem. Genau so ist unser politisches Engagement.
Genau wie bei diesen Übungen gerade teilen wir uns. Die einen machen engagiert mit, andere laufen mit, wieder andere machen nur sehr widerwillig mit, manche finden es peinlich, wieder andere lächerlich und manche verlassen sogar den Raum, da sie der Meinung sind, dass so etwas hier nichts zu suchen hat.
Ich sage jedoch, es hat hier was zu suchen, denn es gibt uns ein klares Bild dessen, was uns aufhält.
Anstatt das wir aus der Krise gestärkt hervor gehen, was wir ohne Zweifel tun könnten, spalten wir uns. Wir sind unengagiert und hängen herum.
Es mag komisch klingen, aber eben genau diese weltweite Wirtschaftskrise könnte uns stärken, sie könnte uns sehr stark machen, zu seiner Partei, auf die man stolz sein kann. Zu einer Partei, der vertraut wird, die ernstgenommen wird.
Ja, uns käme die Krise zu gute, aber wir betreiben Wahlkampf in einer Form, die klar macht, dass mit unserer Partei nichts zu erreichen ist.
Sehen wir uns Amerika an, Barak Obama, alle jubeln über einen Präsidenten der mehr Links ist, als ich zu Anfang dachte. nun sehe ich hier umher. Wir sitzen hier, bequem auf unseren Stühlen, halten eine Rede nach der anderen, faseln umher und erreichen?! Nichts. Beim Volk kommen wir schon lange nicht mehr an. Keiner verspürt auch nur einen kleinen Funken Euphorismus, wenn er unsere Stimme hört, wenn er uns Wählt oder wenn er an uns denkt. Nicht einmal wir selber tun das. Daran muss sich etwas ändern. Es muss. Wir müssen eine Politik betreiben, die die Menschen anspricht, die bei ihnen ist. Wir dürfen nicht mehr nur hier in der Versammlung sitzen und über die Probleme reden, von denen wir meinen dass sie angegangen werden müssen. Nein, wir müssen auf die Straße gehen, den Menschen zuhören, deren Probleme erkennen und diese dann angehen. Wir müssen eine andere Mentalität innerhalb der Partei bekommen. Wir brauchen einen Strom positiver, optimistischer Energie, den brauchen wir und den brauchen die Menschen.

6.2.09 14:40, kommentieren